Vereinsgeschichte

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Vereinsgeschichte

 

1888 – im Deutschen Reich das Drei-Kaiser-Jahr, in Engelrod wird der Männergesangverein „Eintracht“ Engelrod gegründet.

So beginnt die Kirchenchronik Engelrod für das Gründungsjahr unseres Vereins: „Das Jahr 1888 war in jeder Hinsicht ein ereignisreiches, mächtig bewegtes – draußen im großen Vaterlande, wie im ganzen Rahmen … unserer Gemeinde. Zwei deutsche Kaiser schieden aus unserer Mitte. Wilhelm I. Der ehrwürdige Patriarch, der Siegreiche, der Wiederhersteller unsers schönen deutschen Vaterlandes, der am 9. März d.J. nach kurzem Leiden fast 91 Jahre alt zur ewigen Ruhe einging und sein einziger Sohn und Thronerbe Kaiser Friedrich …, der nach einem langwierigen, schrecklichen, aber mit beispielloser Geduld und christlicher Ergebung ertragenen Leiden (Krebs des Kehlkopfes) am 15. Juni d. J. seine edle Seele aushauchte, nachdem er erst 3 Monate Deutschlands herrlichen Kaiserthron geziert hatte. Der Hingang unseres unvergeßlichen Kaisers Wilhelm hat bis ins kleinste Dörflein, bis in die ärmste Hüte auch in unserem Vogelsberg einen tiefgreifende Bewegung hervorgerufen.“

Die Gründung des Männergesangvereins „Eintracht“ Engelrod erwähnt diese Chronik nicht. Als schriftliches Zeugnis aus dem Gründungsjahr ist uns aber ein Strafbuch erhalten. Wer damals unentschuldigt der Singstunde fernblieb, hatte 20 Pfennige Strafe zu bezahlen (das war ungefähr der Preis für ein Kilo Brot). Dafür waren in diesem Jahr wohl noch keine Mitgliedsbeiträge zu bezahlen, zumindest gibt es erst für das Jahr 1889 eine erste Beitragsliste, auf der sich 39 Namen finden – wahrscheinlich die Gründungsmitglieder des Vereins. Vorsitzender war Christian Henkel, Lehrer Mink der erst Dirigent des Vereins.

1891 – am 1. Januar erscheint zum ersten Mal seit 1878 eine Ausgabe des sozialdemokratischen Parteiblatts „Vorwärts“ in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, in Engelrod wütet die Diphterie.

„Wenn es jemals ein Jahr gegeben hat, das auf lange sich ein schlechtes Andenken erworben hat, so ist es das Jahr 1891. Besonders für unsere Pfarrei. Sofort in seinem Beginn suchte Engelrod und Eichenrod die Diphteritis heim. Im ersterem Orte blieb fast 2 Monate lang die Schule geschlossen … Viele Kinder starben.“ – so erzählt die Pfarrchronik und berichtet im folgenden dann noch über Schnee bis in die Pfingsttage. Kein Wunder, daß die Ernte schlecht ausfiel. Die Folge: „Es kam in das Land eine Theuerung. Der Laib Brot, der sonst mit 48 Pf. bezahlt wurde, galt jetzt 60 Pf.. Das Pfund Schweinefleisch 64 und 66 Pf..“

Im Juni dieses schwierigen Jahres besuchte der Verein wohl zum ersten Mal ein Sängerfest – in Ilbeshausen. Im September wurden dann die Vereinsstatuten beschlossen. Diese beginnen mit den Worten: „Die Unterzeichneten bilden Gesang=Verein Eintracht-Engelrod, derselbe beabsichtigt die Pflege und Hebung des Männgergesanges anzustreben, echten deutschen Sinn zu mehren, sowie den kirchlichen Gesang zu heben und zu veredeln.“ Wer dem Verein beitreten wollte, hatte ein Eintrittsgeld von 1 Mark zu zahlen.

Erwähnenswert und merkwürdig – da es damals noch keinen Kirchenchor gab – ist ein Nachtrag zu den Statuten: „Sämtliche aktiven Mitglieder des Männergesangvereins Eintracht verpflichten sich, auch zugleich dem Kirchengesangsverein zu Engelrod angehören zu wollen und als solcher an den hohen christlichen Festen durch Aufführung von Gesängen zur Verschönerung des Gottesdienstes beizutragen.“

Wie ernst man damals das Singen nahm, zeigt ein weiterer Nachtrag: „Derjenige der ohne genügenden Grund als aktiver Sänger zurück tritt, hat ganz auszuscheiden, und kann unter keinen Umständen als passives Mitglied dem Verein angehören. Gründe zum Austritt, im Sinne dieses sind Krankheit und hohes Alter.“

1892 trat man dem Vogelsberger Sängerbund bei. Anscheinend war in diesen Jahren der Verein noch nicht so ganz in das öffentliche Leben des Dorfes eingebunden. In der ausführlichen Beschreibung des Sedanfestes 1892 auf dem Kälberberg in Engelrod in der Pfarrchronik werden zwar die Schulklassen, die Krieger von 1866 und 1870 und ein Musikkorps erwähnt, aber eben nicht der Männergesangverein.

Erstmals im Jahr der großen Dürre 1893 (vom 22. Februar bis zum 11. Juli, an dem ein länger anhaltender Landregen einsetzte, hatte es nur an 7 Tagen geregnet !) schreibt Pfarrer Schulte in der Chronik über den Engelröder Gesangverein: „Mitten in die Zeit der großen Dürre, an dem 4. u. 5.ten Juni, Sonntag und Montag, wurde vor und in dem Frh. Riedesel´schen Teile des Heiligenwaldes das Vogelsberger Sängerbundfest abgehalten. Zu diesem Sängerbunde gehören u. A. auch die bestehenden Gesangvereine zu Engelrod, Hörgenau und Eichenrod. Man merkte der Feststimmung die Dürre an. Der Wirt hat schlechte Geschäfte gemacht, wenn auch der festgebende Gesangverein von Hörgenau auf seine Kosten gekommen ist. Die Gesangleistungen der einzelnen Vereine waren verschieden. Meines Erachtens sangen die Engelröder und Herbsteiner am Besten, abgesehen von dem zu Gaste geladenen Lauterbacher Quartett-Verein.“

1895 – der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen veröffentlicht seinen Aufsatz „Eine neue Art von Strahlung“ über seine Entdeckung der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen, in Engelrod werden bei der Volkszählung 491 Einwohner gezählt und damit eine sinkende Einwohnerzahl festgestellt, viele zieht es in die Kohlenbergwerke Westfalens oder in die chemischen Fabriken nahe Frankfurts.

Am Sonntag Trinitatis 1895 wurde zum ersten Mal ein Sängerfest des Vogelsberger Sängerbundes in Engelrod abgehalten, zu dem Nachbarvereine eingeladen waren. Der Kirchenvorstand hatte eine Stelle im Kirchenwald als Festplatz dem Sängerbund überlassen. Die Pfarrchronik dazu: „ Prächtiges Wetter begünstigte das Fest. Zuerst am Morgen war in unserer Kirche Gottesdienst des hiesigen festgebenden Vereins. Daran schlossen sich Empfang der fremden Vereine, Ausschußsitzung und Festzug durch das Dorf an. Auf dem herrlich gelegenen Festplatze hielt zuerst H. Lehrer Mink von hier die Begrüßungs-, dann der Schreiber dieses (=Pfr. Schulte) die Festrede. Das Fest verlief in bester Ordnung. Ausschreitungen, Streitigkeiten kamen, wie überhaupt in unserer Pfarrei bei den Festen, nicht vor.“

Im Gegenzug zu diesem Fest besuchte der Verein in den folgenden Jahren Sängerfeste in Altenschlirf, Crainfeld, Bannerod, Ulrichstein, Ilbeshausen, Storndorf, Grebenhain und Angerbsbach. Im Winter gab es Abendunterhaltungen mit Tanz und Theater. Der Verein sang bei Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Gottesdiensten.

1899 – die ersten Opel-Automobile werden industriell gebaut, in Engelrod wird die Oberförsterei aufgelöst.

Weil ein Zusammenwirken von Pfarrer Gürtler (damals war die Kirche auch für die Schulen zuständig) und dem Inhaber der 1. Lehrerstelle in Engelrod, Lehrer Mink unmöglich geworden war, wurde der Lehrer nach Blitzenrod versetzt. Damit konnte er nicht weiter als Chorleiter der „Eintracht“ Engelrod wirken. Seine Nachfolge trat Lehrer Schmidt an, der bis zum 1. Weltkrieg dieses Amt versah. (Bei dieser Darstellung folge ich den Angaben der Kirchenchronik aus jener Zeit. In den bisherigen Festschriften wurden diese Ereignisse auf das Jahr 1898 datiert.)

1913 -- die erste Fabrik zur Ammoniak-Herstellung für Kunstdünger wird in Oppau bei Ludwigshafen von der BASF in Betrieb genommen, in Engelrod wird die alte Pfarrscheune abgerissen, damit der Betsaal gebaut werden kann.

Der Männergesangverein kann sein 25jähriges Jubiläum feiern. Dazu wird eine Fahne bei der Mündener Fahnenfabrik gekauft. Zum ersten Mal wird die Fahne auf dem Sängerfest in Engelrod am 15. Und 16. Juni bei schönem Wetter in Anwesenheit vieler Vereine von auswärts präsentiert. Ihre Botschaft: „Dem Wahren, Guten Schönen soll unser Lied ertönen“.

1914 - Gavrilo Princip tötet bei einem Attentat das Thronfolgerpaar Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie, in der Folge erklärt Österreich-Ungarn am 28.Juli den Krieg, der 1. Weltkriegs hat begonnen - auch für die Menschen in Engelrod.

Der Krieg setzt auch dem Wirken des Gesangvereins zunächst ein Ende. Sieben Sänger kehren nicht mehr aus dem Krieg zurück: Heinrich Karl, Karl Ganz, Heinrich Habicht, Karl Habicht, Heinrich Luft, Johannes Ruppel und Karl Rahn.

1921 – Deutschland ist mittlerweile eine Republik, die Deutsche Luft-Reederei (DLR) eröffnet den Linienflugverkehr zwischen Berlin und München, der Reichsfinanzminister Matthias Erzberger wird Opfer eines Mordanschlages rechter Attentäter, in Engelrod werden die im Krieg eingeschmolzenen Kirchenglocken durch neue Glocken zum Preis von 35143,50 Mark ersetzt, eine zentrale Stromversorgung wird installiert.

Erstmals nach dem Krieg tritt der Verein wieder zusammen. Nachdem Lehrer Schmidt schon 1919 verstorben war, übernimmt Karl Habicht die Leitung. 1924 wird Lehrer Kreis neuer Dirigent des Chores. Bei einem Gesangwettstreit im Jahre 1924 in Lauterbach gewinnt der Verein den 2. Platz in seiner Landklasse. Unstimmigkeiten zwischen den Vereinen führen dazu, daß die Generalversammlung 1926 beschließt, an keinem Gesangswettstreit mehr teilzunehmen. Im selben Jahr verläßt auch Lehrer Kreis Engelrod, Nachfolger als Dirigent wird zunächst Lehrer Löffler, nach dessen Weggang übernimmt zum 1. Januar 1928 Lehrer Köppler den Chor. Unter ihm werden ein Sängerfest in Dirlammen und ein Sängertag in Hopfmannsfeld besucht. Doch schon im November 1928 geht auch Lehrer Köppler. Ihm folgt Wilhelm Daupert aus Ulrichstein als Dirigent. Seine Leitung läßt den Verein aufblühen.

1933 – Weltwirtschaftskrise, Deutschland wird nationalsozialistisch regiert, Kommunisten und Sozialdemokraten werden verfolgt, auf der 10. Funkausstellung in Berlin wird der erste Volksempfänger vorgestellt, in Engelrod feiert das Dorf mit der Ortsgruppe der NSDAP auf dem Kälberberg den Tag des deutschen Bauern, Pfarrer Michel spricht dabei über das „rechte Opfern“..

Am 30. April veranstaltet der Verein gemeinsam mit dem Gesangverein aus Ruppertenrod im Saal Gerbig ein erfolgreiches Konzert. Erfolg ist den Sängern auch auf dem Wertungssingen in Ilbeshausen vergönnt: unter der Leitung W. Dauperts singt man den Chor „Der Nachtwandler“ von W. Rinke und zwar so gut, daß der tosenden Beifall eine Wiederholung des Liedes „erzwang“.

Ganz anders erzwungen wird in dieser Zeit die „Gleichschaltung“: der „Vogelsberger Sängerbund“ wird aufgelöst, der Verein nun der Kreisgruppe Lauterbach im Hessischen Sängerbund zugeteilt.

1934 und 1936 nimmt man an Wertungssingen in Lauterbach und 1937 in Herbstein teil.

1938 - Münchener Abkommen: die Tschechoslowakei wird gezwungen die Sudetengebiete an das Deutsche Reich abzutreten, putschbereite Offiziere der Wehrmacht kommen daher nicht zum Zuge, in die Pfarrchronik Engelrod wird nichts eingetragen …

Für den Gesangverein ein Jubiläumsjahr! Auf 50 Jahre blickt man feiernd zurück. Vom 11. Bis 13. Juni findet ein Sängerfest verbunden mit einem Wertungssingen in Engelrod statt. 26 Vereine stellen sich dem Wertungsrichter. Die größeren Vereine (über 25 Sänger) singen im Saal Gerbig, die kleineren Vereine im Betsaal der Evangelischen Kirchengemeinde.

Auch 1939 nimmt der Verein noch einmal an einem Wertungssingen teil – in Stockhausen-, dann schweigt der friedliche Gesang ….

In diesem Weltkrieg fallen acht Sangesbrüder: Karl Meinhardt, Heinrich Stehr, Heinrich Kern, Karl Schaaf, Karl Habicht, Ludwig Habicht, August Rahn, Otto Roth und Heinrich Berck.

1949 – die D-Mark ist eingeführt, Sepp Herberger wird Nationaltrainer , in Engelrod kommt es zum Streit um die Pfarrstelle.

Unter der Leitung von Helmut Habicht nimmt der Verein endlich wieder die Übungsstunden auf, mit beachtlichem Erfolg wie die Wertungsbögen der Wertungssingen in Lauterbach (1950), Landenhausen (1951) und Maar (1952) zeigen. Da Helmut Habicht nach Frankfurt übersiedelt übernimmt der Eichelhainer Lehrer Appel im Herbst 1952 die Leitung. Weiter singen die Engelröder erfolgreich auf Wertungssingen in Lauterbach (1954) und in Engelrod (1955). Aufgrund der Leistungen folgt die Teilnahme am Leistungssingen in Alsfeld am 3. Juni 1956.

1958 - in der Bundesrepublik Deutschland tritt das Gleichstellungsgesetz in Kraft, wonach Frauen fortan einen Beruf auch ohne die Zustimmung des Ehemannes ausüben dürfen, in Engelrod wird gegen die „konservativen, sehr am Althergebrachten hängenden“ (Pfr. Heinemann in der Chronik) Vogelsberger die Taufe der Kinder in der Kirche eingeführt.

Für die nächsten 40 Jahre übernimmt der Engelröder Karl Frank die musikalische Leitung des Vereins.

1963 - Am 22.November wird US-PräsidentJohn F. Kennedy in Dallas bei einem Attentat getötet, in Engelrod wird ein Kindergarten gebaut.

Der MGV „Eintracht“ Engelrod feiert sein 75-jähriges Bestehen! Über das Sängerfest mit angeschlossenem Wertungssingen am 25. und 26. Mai heißt es im Protokoll der Jahreshauptversammlung von 1964: „Der Vorsitzende (Heinrich Höll) stellte fest, daß nicht zuletzt durch ein gutes Zusammenarbeiten von Vorstand, Festausschuß und Sängern das Fest in jeder Hinsicht ein voller Erfolg werden konnte. Der einzige dunkle Punkt war das verhältnismäßige schlechte Abschneiden beim Wertungssingen, was aber von jedem entschuldigt wird, der den gelungenen Kommersabend miterleben konnte.“ Das Protokoll der die Jubiläumsveranstaltung vorbereitenden ordentlichen Generalversammlung von 1963 vermerkt am Ende zur Verpflegung auf dieser Veranstaltung: „ Der Verein spendierte pro Anwesenden 2 Flaschen Bier und 300g Wurst mit dem nötigen Brot.“ In dieser Versammlung wird außerdem nach einer Satzungsänderung der Vorstand erstmals auf 4 Jahre (vorher 1 Jahr) gewählt.

 

1968 – Studentenunruhen und Proteste gegen die Notstandsgesetze, in Engelrod wird die Spar- und Darlehnskasse mit einem Büro für Bankgeschäfte und einer Lagerhalle für Futter- und Düngemittel gebaut.

Der MGV „Eintracht Engelrod“ hat am 9.3.1968 inklusive Chorleiter 99 Mitglieder – 10 neue und junge Sänger konnten seit der vorausgegangenen Generalversammlung gewonnen werden. Beim Kreiswertungssingen am 12. Mai in Engelrod wird der Chor mit sehr gut bis hervorragend mit Einschränkung bewertet. Leider sinkt in diesem Jahr die Beteiligung an den Singstunden auf bedauerliche 50%. Dies bringt den Vorsitzenden Höll zu der Erwägung, daß - wenn keine Besserung eintritt – eine Umwandlung in einen gemischten Chor in Aussicht genommen werden müßte.

1972 Bundesrepublik und DDR schließen zwei entscheidende Abkommen, um ihre Beziehungen zu normalisieren: das Transitabkommen und den Grundlagenvertrag, die Orte Engelrod, Eichelhain, Eichenrod, Hörgenau, Hopfmannsfeld, Dirlammen und Meiches bilden die Gemeinde Lautertal.

Am 4. März lädt der MGV die Chöre der neuen Gemeinde Lautertal zu einem ersten gemeinsamen Liederabend ein.

1975 Das Unternehmen Microsoft wird von Bill Gates und Paul Allen gegründet, in Engelrod bildet sich ein Kinder- und Jugendchor unter der Leitung Hartmut Franks.

Nach 22 Jahren legte Heinrich Höll den Vorsitz nieder. Sein Nachfolger wird der bisherige 2. Vorsitzende Hans von Alt. Das Protokoll dieser Generalversammlung schließt mit den Worten: „Wir alle wollen wünschen und hoffen, daß der MGV Eintracht auch weiterhin ein Verein der Eintracht bleiben möge.“ Vielleicht auch ein Hinweis darauf, daß es im Zusammenhang mit der Tanzbar Hazienda durchaus zu Unstimmigkeiten im Dorf kommt.

1978 Der polnische Kardinal Karol Wojtyła wird zum Papst gewählt, er nennt sich nun Johannes Paul II, in Lautertal wird Heinrich Georg als Bürgermeister wiedergewählt..

Die seit Anfang der 70er Jahre bestehende Freundschaft mit Adlwang in Oberösterreich wird im Rahmen des 90-jährigen Vereinsjubiläums des MGV Eintracht Engelrod zu einer offiziellen Verschwisterung von Engelrod und Adlwang. Die Tanzkapelle Alpenecho aus Adlwang spielt an allen drei Festtagen in Engelrod.

1982 Norbert Södler wird zum Bürgermeister von Lautertal gewählt.

Der Verein hat in diesem Jahr 116 Mitglieder, davon sind 35 aktive Sänger , 62 passive Mitglieder , 16 Ehrenmitglieder, 2 Ehrenvorsitzende und 1 Chorleiter – leider ist im Protokoll nicht festgehalten, wie viele der Ehrenmitglieder seinerzeit noch aktiv sind. Dafür wird der Kaufpreis des neuen Klavieres genau notiert: 3.980,- DM.

1987 700 Jahre Engelrod werden gefeiert!

1988 – Generalsekretär Michail Sergejewitsch Gorbatschow betont, daß jeder sozialistische Staat sein gesellschaftliches System frei wählen könne – der Ostblock weicht auf …

Von Donnerstag, dem 16. bis Sonntag, dem 19. Juni, wird mit Tanz und Gottesdienst, Jagdhornbläsern und Frühschoppen, Chorsingen und Festzug das 100-jährige gefeiert! Mühen und Freuden dieses Festes faßt ein Wort des Vorsitzenden Hans von Alt zusammen: „Am Beginn der Festvorbereitungen hätte ich am liebsten alles hingeworfen, schließlich hat aber alles doch gut geklappt!“

Anläßlich den Jubiläums wird dem Verein die Zelter-Plakette verliehen

Im Folgejahr nimmt der Verein mit anderen Lautertaler Chören die Langspielplatte „Singendes, klingendes Lautertal“ auf,

1991 Deutschland ist wiedervereinigt - der Bundestag beschließt den Umzug von Bonn nach Berlin, in Engelrod wird an einem neuen Kindergarten gebaut.

Nach 16 Jahren übergibt Hans von Alt den Vorsitz an Karl-Heinz Hansel. Zweiter Vorsitzender wird Dietmar Stertz. Der Chorleiter Karl Frank kündigt an, daß man sich nach einem neuen Chorleiter umsehen müsse. Wie schon in vielen Jahren vorher läßt die Pünktlichkeit bei den Übungsstunden zu wünschen übrig.

Das 1994 erstmals vom neunen Schriftführer Werner Staubach mit dem Computer erstellte Protokoll der Jahreshauptversammlung hält den Dank des 1. Vorsitzenden an Hartmut Frank fest, der sich bereiterklärt hat, bis zum nächsten Wertungssingen gemeinsam mit seinem Vater Karl Frank vorübergehend die Chorleitung zu übernehmen. Dank wird Hartmut Frank auch für das von ihm getextete und komponierte „Engelrodlied“ ausgesprochen.

1998 Gerhard Schröder wird zum deutschen Bundeskanzler gewählt.

Das 110-jährige wird vom 5. bis 7. Juni mit Gästen aus Adlwang, dem Posaunenchor aus Großseelheim und 25 befreundeten Chören gefeiert. Auch ein Festgottesdienst zur „tierischen Uhrzeit“ (Originalton des Pfarrers) 9.00 Uhr gehört zum Programm. Am 1. Oktober endet die fast beispiellose Chorleiterära Karl Frank. Sein Sohn Hartmut Frank leitet nun den Chor allein.

1999 organisiert der Chor den ersten Engelröder Weihnachtsmarkt. Die Mitwirkung des Gesangvereines – vor allem auch des Chormitgliedes Heinrich Heinbach am Schlagzeug – beim Krippenspiel am Heiligabend mit dem Trommlerlied bringt die Stimmung in der Kirche fast zum Kochen.

2001 findet zum 1. Mal ein Musikalischer Frühschoppen im DGH Engelrod statt. In der Kirche zu Engelrod nimmt der MGV am Chorkonzert des Sängerkreises Lauterbach teil. Beim Qualifizierungssingen des Hessischen Sängerbundes in Langenselbold qualifizieren sich die Sänger für die Endausscheidung in der C-Klasse unter anderem mit dem Wahlchor „O Musica, du lieblich Kunst“.

In der Klosterberghalle in Langenselbold belegt der MGV „Eintracht“ Engelrod – nach intensiven Vorbereitungen einschließlich einer Chorfreizeit in der Rhön – am 10. November 2002 den 2. Platz in der Klasse der C-Männerchöre – ein großer Erfolg!

2008 - Die CDU in Hessen mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch erleidet bei der Landtagswahl in Hessen 2008 eine deutliche Niederlage – die SPD kann ihre Chance auf den Machtwechsel aber nicht nutzen.

120 Jahre MGV Eintracht Engelrod und 30 Jahre Partnerschaft mit Adlwang werden im DGH groß gefeiert. 131 Mitglieder hat der Verein, davon 32 aktive – da kommen schon gewisse Zukunftsängste auf!

2013 (Das weiß man bei Drucklegung noch nicht …)

Wir feiern 125 Jahre Männergesangverein Eintracht Engelrod und freuen uns am Gesang!

Mit den besten Wünschen und einigen (leicht abgewandelten) Versen unseres Chorleiters Hartmut Frank von der Jahreshauptversammlung 2011 sei die Chronik vorerst geschlossen:

„Ein Dank an die aktive Männerschar
für das Singen Jahr um Jahr,
auch wollen wir singen in diesem Jahr,
für uns und andere, ist doch klar!“

 

Thorsten Backwinkel-Pohl

 MGV in Grillhütte
Singstunde in der Grillhütte Engelrod, ob das DGH besetzt war?

 

 

 MGV Engelrod

120 Jahrfeier im DGH (leider nur ein Teil des Chors